Rudolf Buri, der Einsiedler von Oftringen
1933-2002
Einsiedler wurde er in der Presse genannt, der bärtige Alte, der in einem Wohnwagen lebte und sich weigerte, in Wohnungen zu zügeln oder in ein Altersheim. Er war kein Menschenfeind, konnte freundlich und umgänglich sein, aber Rudolf Buri trug einen Groll in sich.
Im aargauischen Oftringen hatte er einen Platz neben einem verlotterten Bauernhaus, wo er auch Wasser bezog. Draussen stand ein Plumpsklo. Dank einem wohlgesinnten Architekten brauchte Buri keine Miete zu zahlen. Milch war seine Grundnahrung, Alkohol verabscheute er.
In seinem Nest konnte er die Regentropfen auf dem Dach zählen und bei Sonne die Vögel beobachten, schaute Fernsehen oder hockte auf der Bank und winkte den Kindern zu. Ein Idyll war das dennoch nicht. Er schlief in feuchten Lumpen, einmal brannte es im Wagen, und zudem erlitt Buri einen Schlaganfall, von dem er sich nie ganz erholte. Fortan war er beim Sprechen behindert und brauchte zum Gehen eine Krücke. Wöchentlich besuchte ihn ein Sozialarbeiter. Der Hund Cigi war sein Begleiter.