Urgestein der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit
Vor zwei Jahren begegnete ich Toni Hagen zum letzten Mal bei einem Spaziergang auf der Lenzerheide. Der grosse Wanderer, der im Himalaja über 10'000 Meilen zurückgelegt hatte und bald 85 Jahre auf den Schultern trug, trat zwar etwas kürzer, aber sein Antlitz strahlte ganz den Hagen aus: leuchtende Augen und ein schelmisches Lächeln. Einige Jahre vorher hatten wir einander zufällig in einem Hotelgarten beim Tee in Katmandu getroffen, als er 1995 von der Hauptstadt Nepals als erster Ausländer das Ehrenbürgerrecht entgegennehmen durfte. Die Himalaja-Staaten und ihre Menschen haben ihn Zeit seines Lebens nicht mehr losgelassen.
Nach seinem Studium der Geologie an der ETH Zürich spezialisierte er sich in der Technik der Luftbildinterpretation, mittels der er in der «ethnologischen Drehscheibe Asiens», wie er sie nannte, anschliessend umfangreiche Feldforschungen unternahm.