Heinz Raetus Studer kam am 31. August 1912 in Zuoz zur Welt, als zweites Kind einer Aargauer Familie. Der Vater, Bauingenieur Hans Studer, war damals im Dienst der Rhätischen Bahn und erwarb sich mit seinen konsequent ganz aus Stein gebauten Brücken Ansehen; bekannt wurde vor allem sein Wiesner Viadukt. Die Mutter, Emilie geborene Greutert, wartete damals oft in angstvoller Ungeduld auf die Heimkehr ihres Mannes, zu dessen Ehre als Ingenieur es gehörte, als erster die Schlucht über ein von ihm berechnetes Leergerüst zu überqueren.
Heinz Schulzeit begann in Altdorf im Kanton Uri. 1924 zog die Familie nach Küsnacht im Kanton Zürich, wo Hans Studer sich eine neue Existenz als selbständiger Bauingenieur aufbaute. Der fünf Jahre ältere Bruder Hans-Luzi, der spätere Konstrukteur von Düsenjets, war schon in seiner Jugend--zeit fasziniert von Flugzeugen. Wenn ein von ihm erbautes Segelflugzeug gestartet wurde, durfte der kleine Heinz immer zuvorderst dabei sein aber nur am Zugseil, nie im Cockpit. Einmal liess sich der grosse Bruder doch erweichen und Heinz fliegen, was allerdings mit einer gefährlichen Bruchlandung endete.
Auch Heinz' Einstieg ins Berufsleben war kein Höhenflug. Als er 18 Jahre alt war, trennte sich sein Vater von seiner ersten Familie und gründete eine zweite.