Hansjürg Jaeggi

Hansjürg Jaeggi
Zürich, 1939 – Trogen, 1. 5. 1989

Der Saal im Trogener Kirchgemeindehaus Seeblick vermochte die bunte Trauerschar kaum zu fassen: Kinder, junge und ältere Menschen, schwarz gekleidet und krawattiert die einen, andere in ihrem Alltagsgewand und einige von weitem als Oppositionelle zu erkennen: lauter Menschen, die Hansjürg Jaeggi die letzte Ehre erweisen wollten und die einander teilweise noch nie zuvor begegnet waren. Ein Vielseitiger, mit Verschiedenen Auskommender muss von uns gegangen sein.

Nein, keine kirchliche Abdankung; aber die letzte Feier für einen Atheisten – Pantheist, korrigiert später einer von uns – ist deswegen nicht weniger ernsthaft. Ein treuer Spiegel für Hansjürgs Leben. In der heiter verhaltenen, halb hiesigen und halb fernen Musik der Gruppe «Spindle» wurde mir immer wieder sein Gesicht gegenwärtig, dieser eindrückliche Kopf eines Unbeugsamen, verschlossen und doch zuneigend, abwartend, abwägend und doch mit Blitzen in den Augen und Schalk hinterm Mund; ein knorriges, entschlossenes und liebes und manchmal still trauriges Gesicht. Und wie stolz er immer stand und ging, den Rücken ungebeugt, den Kopf gradauf, der selbstverständlich aufrechte Gang dessen, der allem zum Trotz hofft und alles unternimmt, die Hoffnung wahr zu machen.