Lea Hürlimann

Lea Hürlimann
7.9.1925 – 7.12.1998

Lea Hürlimann kam am 7. September 1925 als zweite Tochter und jüngstes Kind von Meta und Hermann Moser in Zürich zur Welt. Sie wuchs ausgerechnet dort auf, wo heute der grösste Verkehr in der Stadt herrscht: an der Bucheggstrasse. Aber damals gab es für sie noch ein «Rytiseil» am Apfelbaum im Vorgarten, und auf dem nahegelegenen Milchbuck weideten noch Kühe, denen sie Salz mitbrachte. Und im Herbst liess sie dort Drachen steigen und im Winter schlittelte sie von dort bis zur Nordbrücke!

Lea gehörte schon als Kind zu den Unangepassten. Ihre Grossväter waren Katholiken, Methodisten, Wiedertäufer und ein Freidenker; sie selbst sah sich als Wilde, und gegen das Ende ihres Lebens bekannte sie sich als Heidin, «weil Heiden die besseren Christen sind», wie sie sagte. Ihr spiritueller Bezugspunkt war nie eine Kirche, sondern die Natur. Sie fühlte sich in keiner Kirche geborgen; aber Franz von Assisi verehrte sie sehr.

Als kleines Kind sass sie oft vor dem Haus und rief der Sonne, sie möge doch endlich kom-men, damit die Schmetterlinge fliegen könnten. Schon früh plagte es sie, was die Menschen den Tieren antun. Es schreckte sie zum Beispiel, dass ihr Nachbar mit dem Spaten mutwillig einen Wurm zerhackte. Sie wollte das Unheil wieder gutmachen, fühlte sich aber selber schuldig, weil es sie vor Würmern ekelte.