Oskar Sala, der Komponist mit dem Lötkolben
1912-2002
Nächtelang lötete er an der Berliner Musikhochschule in den Innereien seines Musikinstrumentes, konstruierte eine Tonmaschine aus Röhren, Drähten und Reglern, die wimmern und zwitschern konnte. Oskar Sala ist einundneunzigjährig in Berlin gestorben.
Führte er sein einzigartiges Gerät Besuchern vor, klang das etwa so: «Wenn ich die Eigenfrequenz langsam runterregle, hört man einen fliessenden Übergang vom Vokal iii über den Vokal aaa zum Vokal uuu.»
Geboren wurde Oskar 1912 in Greiz in Thüringen als Sohn des Augenarztes Paul Sala und seiner Frau Annemarie. Als 17-Jähriger stand er zum ersten Mal auf der Konzertbühne und spielte Beethovens Zweites Klavierkonzert. Nach dem Abitur bewarb er sich um die Aufnahme in die Meisterklasse für Komposition an der Musikhochschule in Berlin. Es war die Zeit, als Kommunisten gegen Nazis demonstrierten und umgekehrt.