Tino, Halbstarker und König im Schweizer Untergrund
1946-1981

Im Dschungel Boliviens starb Ende 1981 ein Schweizer unter seltsamen Umständen. Nach einer abenteuerlichen Flucht zu Fuss über die Anden brach er in einem Indianerdorf offenbar tot zusammen.
Dieser Schweizer war «Tino», Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre eine legendäre Gestalt in Zürich. Er gilt als Gründer der Motorradgang Hell's Angels Switzerland.
Als Rebell erschien er den einen, als «Krimineller» den anderen. Jeder in Zürich nannte ihn «Tino», als seien sie alle mit ihm einst Kirschbäume plündern gegangen. Wirklich gekannt haben ihn wenige. Ein Traum zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben, seit er das erste Mal im Kinderbuch «Rösslein Hü» geblättert hatte: wild und frei wie das Rösslein Hü durchs Leben fahren und alles ausprobieren. Sein Pferd war dann eine Harley.
Geboren wurde Tino 1946 am Zürichberg; in einer gutbürgerlichen Familie wuchs er auf; der Vater gehörte einer Zunft an.